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Update  2.8.2017



Baubericht: "Gartendenkmal in Berlin-Siemensstadt" als Mesh-Modell, fotogrammetrische Umsetzung

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Im Bau seit Okt. '16.
Baubericht wird fortgesetzt, dann auch hier unter "Update".



19.12.16

Kleine Hommage / Erinnerung an Ralf Dose, anlässlich dessen Tode  +++  Inspiration unter Künstlern  +++  Drive Driven


Ralf Dose - ein Berliner Urgestein, zudem mein Grosscousin grossväterlicherseits - nahm sich zwar schon im Sommer 2015 das Leben,
also vor 1 1/2 Jahren, aber erst jetzt, am 27.11, erschien ein Nachruf im Berliner Tagesspiegel.
Dose hat mich seinerzeit in der frühen Jugend stark inspiriert! Fast ebenso intensiv wie Dieter Meier von Yello!


Ohne Ralf würde es wohl meine Bremer Postkartenseite nicht geben, auch nicht die Tramclips, all die Stadttouren mit dem Auto, Rad, zu Fuss....
Er hatte damals in den 80ern nicht nur eine gigantische Dosensammlung (daher sein Name; allein die Sammlung wäre heute in Berlin wohl eine
kultige Ausstellung + Eintritt wert, aber er hatte sie nicht lange behalten), er hatte ebenso sämtliche Linienstempel oder sogar alle Haltestellenstempel
sämtlicher Buslinien in Berlin! Die Sammlung zeigte er mir damals, und da auch ich gerne Bus + Strassenbahn in Bremen fuhr (Veranlagungen
liegen in der Familie), da entschloss ich mich ebenfalls, mal die Stempel in Bremen zu sammeln und dann - damals zeitgemäss - die Videomitfahrten
zu machen. Ich dachte damals: Wenn Ralf sowas kann, dann kann ich das auch! :)

So um 2005 rum hatte Dose dann seine Seite "steglitz-suedende.de", wo er alte Ansichtskarten, Fotos und Geschichten aus seinem Heimatstadtteil
Südende zusammentrug und die Website zu seinem Label machte. Auch das hatte mich wiederum inspiriert und ermutigt, Ähnliches in, aus und
über Bremen zu sammeln und online zu stellen. Seine Seite gibt es nun nicht mehr, nur noch ein Interview von 2012 ist zu finden.

Wie sehr man sich gegenseitig inspiriert - gerade als freischaffende Künstler -, sich beeinflusst und natürlich auch schlicht nachmacht und kopiert,
aber primär doch inspiriert, zeigt das folgende Beispiel mit Dieter Meier des Popduos Yello. (Da Yello vor Kurzem ein Konzert in Berlin hatte -
ich war leider nicht da, es war schon ausverkauft - aber es waren zugleich jene Herbsttage, in denen der Nachruf auf Ralf erschien, kam ich darauf,
solcherlei Zusammenhänge
der Inspirationen - in diesem Fall schlicht meiner Inspirationsquellen - mal hier aufzuschreiben und darzustellen).

Dieters folgender Satz, 1985 auf einem Hotelbalkon in Cuba (oder vor- oder nach Reisebeginn auf einem Balkon über Dächer schauend), in
einer Reportage über den Desire-Dreh (jene Aussage war sozusagen sein "Script" für den Clip im Tropicana) war prägend für mein weiteres
Schaffen. Der Satz lautete in etwa:

"Der gestrandete Entertainer, der im Hafen ankommt, findet für Augenblicke die Erfüllung seiner Sehnsucht in den Augen einer Tänzerin.
Die
Augen von Marilyn repräsentieren diese Sehnsucht (Anm: Marilyn Monroe, die Stil-Ikone Andy Warhols und Dieters Generation), die
sich aber nicht konkretisieren soll, sondern eine Sehnsucht nach Sehnsucht bleibt, und er springt in eine Traumsequenz, in der diese
Sehnsucht als
surreales Gemälde sich entwickelt."

1989/90 drehte ich "Desire" auf dem Bremer Schulhof der Lothringer Strasse nach, als sei der Schulhof der Sehnsuchtsort des Tropicana-Clubs,
als seien die Strassenbahnen und Busse, die die Schüler zur Schule bringen, die Schiffe im Hafen mit der unerfüllbaren, weil unkonkreten
Sehnsucht nach der erotisch-einsamen Ferne ansich.

Dieters Satz zitierte ich hier 
auf der Unterseite zum Schul-Clip passend schon vor über 10 Jahren (allerdings ohne den Namen "Marilyn"
zu nennen, was aber Dieter und ich natürlich wissen, dass es sich eben doch konkrekt auf Marilyn bezog). 1989 drehte ich noch einen weiteren
Lipsync-Clip zu Yellos "Blazing Saddles" und setzte das 2007 in Youtube und hier mit rein. Das konnte Dieter natürlich nicht unbeantwortet
lassen, vor allem, dass ich seinen Balkonsatz über seine Sensucht nach Marilyn wieder rausgekramt hatte und mir das sogar als schöpferisches
Motto zu eigen gemacht hatte! Er schuf dazu sogleich, also ebenfalls damals 2007, seinen Drive-Driven-Clip (Song vom Album "Baby", 1991),
der visuell nun wiederum auf meinem "Blazing Saddles" aufbaut.

Und eben dieses Fahren mit der U-Bahn, all diese Strecken, dieser leichte Autismus mit seiner Entfremdung zu den Dingen, zu denen, trotz
allerintensivstem, regelrecht messiehaften Sammeln von Andenken, kein wirklicher
Bezug hergestellt werden kann, mit dieser einsamen
Entfremdung zur Stadt und die Auseinadersetzung mit der Heimat und letztlich mit der Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit einerseits und
nach Abenteuer in der Ferne andererseits -> diese Inspiration habe ich - eben auch sehr stark - von Dose Mitte der 80er Jahre und dann
wiederum 2005 von ihm mitbekommen!

Letztlich eint uns "Künstler" (oder für was uns die Öffentlichkeit hält) wohl, dass wir - sozusagen schon rein archetypisch - dazu verdammt sind,
als einsamer Betrachter vor der Stadt zu stehen, immer etwas distanziert ausserhalb, immer mit dieser intensiven Sehnsucht nach allerletztlich... ja:
Frauen! Ganz trivial uns eine Sehnsucht nach Frauen antreibt! ;) Trivialer geht's nicht mehr! Mädels!!! Immer wieder die Mädels! LOL.
Naja..... ist doch auch ganz ok, ist eben Pop-Art-Kultur, oder?

Und das mit dem Sinn und Zweck des künstlerischen Daseins, nach dem Motto: "In meiner Jugend nichts mit meiner Zeit anzufangen gewusst"
(Zitat Dieter), dazu sage ich ebenso als Künstler: "Ich kannte mal einen, der hatte einen Bruder und dessen Kumpel hat einen Onkel, der hat mal
zufällig neben jemandem gesessen, der einer "richtigen Arbeit" nachging!" Was soll's.... also das mit der "richtigen" Arbeit.... ;)

Genug der Worte!

***Gruss nach Zürich*** Auch an Boris natürlich... und an die "Dschungelprinzessin" ;)
***Gruss in den Himmel zu Ralf und Marilyn***.
***Gruss nach Bremen und ja... auch nach Cuba!*** Vielleicht können sich nun bald auch in Cuba dort einige "Sehnsüchte der Ferne",
vor allem die "Sehnsucht nach Moderne" für die Menschen dort tatsächlich erfüllen...

Yello: Desire, 1985




Steffy: zu Yellos "Desire", 1990




Steffy: zu Yellos "Blazing Saddles", 1989




Yello: "Drive Driven", 2007




Ralf Dose: Neujahrsansprache 2013




Ralf Dose:  Bei Klappsen's ist Ball!  
(geht nur über Link)


Ralf Dose:  Neujahrsansprache 2011  
(Link)



Nachruf zu Ralf im Berliner Tagesspiegel, 27.11.2016.

Blog-Interview von 2012 über seine Website.


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>>  Even a fool, when he keeps silent, is considered wise!  <<
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Und noch zwei schöne, passende Gedichte:

  Erich Kästner:  

   Zitat aus "Nächtliches Rezept für Städter"


   Man nehme irgendeinen Autobus.
(Innenraumfoto des Traditionsbusses zur Pfaueninsel von Ralf)
   Es kann nicht schaden, einmal umzusteigen.
   Wohin, ist gleich. Das wird sich dann schon zeigen.

   Dann gehe man durch Straßen. Kreuz und quer.
   Und folge keinem vorgefaßten Ziele.
   Es gibt so viele Straßen, ach so viele!
   Und hinter jeder Biegung sind es mehr.

   Man nehme sich bei dem Spaziergang Zeit.
   Nach zirka einer Stunde ist's soweit.
   Dann wird es sein, als liefe man ein Jahr...

   Nun weiß man wieder, was man wissen muß,...
   ...daß man sich in der Minderheit befindet!
   Dann nehme man den letzten Autobus,
     bevor er in die Dunkelheit verschwindet …




Rilke: Alles ist Eins

Einmal, am Rande des Hains,
stehn wir einsam beisammen
und sind festlich, wie Flammen
fühlen: Alles ist Eins.

Halten uns fest umfaßt;
werden im lauschenden Lande
durch die weichen Gewande
wachsen wie Ast an Ast.

Wiegt ein erwachender Hauch
die Dolden des Oleanders:
sieh, wir sind nicht mehr anders,
und wir wiegen uns auch.

Meine Seele spürt,
daß wir am Tore tasten.
Und sie fragt dich im Rasten:
Hast Du mich hergeführt?

Und du lächelst darauf
so herrlich und heiter
und: bald wandern wir weiter:
Tore gehn auf...
(Landschaftsfoto von Ralf)

Und wir sind nicht mehr zag,
unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein
aus dem vergangenen Tag.


Aus: Dir zur Feier (1897/98)



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 27.9.2016
Beiträge zum diesjährigen Fotowettbewerb zum Thema "Portrait":

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Fisherman's Friend
Sind sie zu stark, bist du zu schwach!
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Dreirad
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Im Kernkontext zu Nordkueste
Hier steht sonst die Kirche, ich habe sie dezent abgerissen und die Moschee hingestellt, denn.
Kirchen sind ja ziemlich out, Moschee-Lifestyle hingegen ist aktuell sowie in Zukunft - und gerade bei den Grünen - MEGA-IN!
Die Fotos sollten als inhaltliche Vorgabe "in ihrer Kernaussage in Bezug zu Nordkueste" stehen und der Islam ist schliesslich
der
Kernkontext in und zu Norddeutschland schlechthin! Oder etwa nicht? Eben.
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."
Heute in der Schule: Der Buchstabe F
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Arrgnn!!!
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Toast und Toaster
  Passt immer gut zusammen! :)
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Love is a Stranger
Nach Annie Lennox + Dave Stewart / Eurythmics "Love is a Stranger"
(Nimmt im Video bereits 1982 quasi die Fernsteuerung anderer Avatar-Identitäten sogar per Smartphone vorweg).

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Muh!
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Somewhere over the Rainbow
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Der alte Mann und die Schule
(Der Typ sitzt da immer und die Tafel steht da auch, ergibt eine nette Motivkombination.)
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Abschied
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Gruppenbild mit Eisbär
Ein Bild mit 'nem Eisbär dabei - insbesondere am Strand - war in früheren Jahrzehnten obligatorisch..
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I wanna be a Kennedy !!!


Mehr satirisches mit Gisel und Ursel
        Mehr Steffy



Update
 
4.8.2016
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Der letzte Sommer
(ebenfalls als Portrait-Beitrag)

Hey little sister, what have you done?    

I let you go for so long!
So long!

There is nothing safe in this world.
There is nothing sure in this world.


We have a soul to sell to!
.... white flowers......   silk shading........  white wedding....

It's a nice day to start again!

Firegirls 1995

Ein Traum

Dieses Bild, bzw. Thema war mir ein Bedürfnis nach einem Traum, den ich mal vor so 1-2 Jahren hatte und der mir immer noch sehr markant in Erinnerung geblieben ist:

---- Ich ging abends im Dunkeln rechts neben einer Strasse entlang auf eine Eisenbahnunterführung zu. Sehr heisse Luft. Rechts am Fussweg zur Brücke hin stand Gebüsch
an einem Park oder an einem freien Grundstück oder Friedhof. Während ich auf die Unterführung zuging, schwoll ein ohrenbetäubendes Dröhnen an, dass mir davon regelrecht
der Kopf vibrierte. Es verschwand aber wieder. Hinter der Eisenbahnbrücke machte die Strasse einen leichten Knick nach rechts und wieder nach links. Ich wechselte ein Stück
hinter der Brücke die Strassenseite und ging in einen Eingang eines der dortigen Altbauhäuser hinein. Hölzernes, knarrendes Treppenhaus hoch. Massive Wohnungstür links.
Auch dort hinein. In der Wohnung eine mir vertraute Person, bei der ich nicht sagen könnte, um wen es sich gehandelt hat, aber sehr vertraute Person war es. Kurze Gesprächs-
sätze mit der Person, an die ich mich aber im Einzelnen auch nicht mehr erinnern kann. Grosse Fenster in Erkervorbauten zur Strasse hin. Seitlich an den Fenstern lange, etwas
wehende Vorhänge, denn die Fenster waren geöffnet wegen der Hitze noch am Abend. Ich schaute, nach einer Weile im Zimmer, das wohl im 1. oder 2 Stock lag, aus dem
Fenster. Schräg links gegenüber ein offener Platz mit vereinzelten höheren Bäumen und Büschen unten, Häuser auf der anderen Strassenseite nur direkt gegenüber.
Dann plötzlich Blitze von weit hinter dem Platz links. Ich sagte: "Gewitter kommt, es blitzt schon" zu der Person, die sich jetzt in einem Nachbarraum rechts hinter einer offen
Tür befand, die Person war aber nicht zu sehen, befand sich also nicht im Blickwinkel des Türdurchlasses. Die Blitze wiederholten sich, kamen näher, einer schlug extrem grell
auf der anderen Strassenseite ein... und dann - nur eine Sekunde darauf - direkt vorm Fenster! Der Druck riss die Fenster raus, ich flog mit der Wucht der Druckwelle an die
Zimmerwand gegenüber, blieb dort wohl neben einem Bett oder einem Tisch sowie vor einem Schrank oder einer geschlossenen Tür liegen. In meinem Körper spürte ich die
Splitter des Fensters, ahnte das zerstörte Zimmer im Dunkeln und spürte dann die Schmerzen beim kleinsten Versuch mich zu bewegen und wusste: das war's! Blackout!
Ende des Traums. Aufgewacht. ----

Nachdem ich den Traum nochmal durchging, war natürlich sofort klar: das Dröhnen in diesem besonders heissen Spätsommerabend waren die Bomber der Operation Gomorrha
in Hamburg. Dann dachte ich: Den Traum müsste ich mal verfilmen oder so. Dann fiel mir ein, dass ich das Thema - wohl unbewusst - 1995 ähnlich assoziativ
umgesetzt hatte.
Siehe Bilder oben. Häusermeer, Rauch, Bunker, Uniformen, das Beobachten der Flugzeuge... Damals zum Song "White Wedding" von Billy Idol (später beauftragte ich noch
einen Musiker, einen extra eigenen Song für den Clip synchron zu produzieren, jenen ich aber nie dazu vertont habe, bzw. das Projekt / der Song dafür war auch noch nicht
ganz ausgereift).


Wo?

Aber egal das mit dem Song, denn jetzt wollte ich wissen, wo genau sich die im Traum relativ markant dargestellte Szene möglicherweise in der Realität tatsächlich befand oder
heute noch befindet. Wegen der grossen Wohnhäuser, vor allem aber wegen des heissen Sommerabends kann es eigentlich nur Hamburg gewesen sein. Dann die Strasse mit dem
Schlängel. Auch die Eisenbahnbrücke war im Traum nicht allzu gross und breit, war also keine Fernverkehrsbrücke mit vielen Gleisen, sondern eher eine zweigleisige Hochbahn-
brücke. Dann die Erkervorbauten im Haus und der grosse Platz schräg links vom Fenster aus, wo ich mich so im 1. - 2. Stock im Haus befand. Auf dem Weg dahin ging hinter
der Brücke auch noch eine Strasse links ab, deren genaue Gestaltung der Einmündung ich allerdings nur etwas vage in Erinnerung habe, am ehesten leicht schräg abzweigend
direkt hinter der Brücke, aber dennoch vage. Bleibt: 1 Strasse zwischen Brücke und Hauseingang.



Planskizze der Situation im Traum. Rot = zurückgelegter Weg.

Natürlich ist klar, dass einem das Gehirn im Traum archetypische Elemente, die in der Umwelt häufig oder gar massig zu finden sind, zusammenwürfelt, um solcherlei Storys,
bzw. ganze Bildergeschichten aus eben solch allgemeintypischen Elementen zusammenzustellen. Das können heute sogar schon Computer! Aber dennoch ganz interessant und
spannend, denn würde ich die Ecke im Original sehen, ich würde sie genau wiedererkennen, so gut war die Umgebung, waren die Proportionen und Entfernungen im Traum
ausgearbeitet. Also erstmal alte Vorkriegsstadtpläne von Hamburg studiert, besonders die Hochbahn nach Rothenburgsort.
Fakten waren also:

-> kleinere Bahnbrücke über Strasse.
-> Strasse muss Schlängel nach rechts+links machen.
-> vor der Brücke rechts Grünzeug, ggf leichter Abhang zur Strasse hin.
-> eine Strasse als Einmündung zwischen Brücke und Wohnhaus.
-> Wohnhaus in Häusereihe
relativ nah bei der Bahnbrücke.
-> etwas weiter schräg vom Fensterblick grosser freier Platz auf anderer Strassenseite mit Grünzeug, vereinzelt höheren Bäumen.
-> Bomber müssen aus Richtung des Platzes gekommen sein und es müssen, logisch, überhaupt Bomben dort gefallen sein.
-> das Haus muss so getroffen worden sein, dass zumindest die Fenster zu Bruch gingen.

Kurz: So richtig passen tat das alles nicht in Rothenburgsort und den Gegenden umzu. Es gibt von dort ja auch kaum bis keine Aufnahmen mehr davon, so wie ich sie zur
besseren Wiedererkennung bräuchte ...naja, so what.
Dann habe ich noch Altona und umzu auf Plänen und in Streetview durchsucht, halt überall da, wo die Bomben primär fielen und wo kleine Bahnbrücken sind. Da passte
z.B. die eine Brücke samt Örtlichkeit am Bahrenfelder Steindamm sehr schön mit dem Grünzeug und dem Schlängel in der Strasse. Eine eher "undefinierte", weil schräge
Einmündung wiederum, gibt es hier an anderer Stelle. Das wäre noch so ganz gut übereinstimmend, aber die Wohnhäuser passen dort beide Male nicht so und der Platz
hinten ist da jeweils auch nicht. Die Struktur zwar ja und Grünzeug ist ja eh immer vor jedem Bahndamm, aber alles nicht so wie im Traum dargestellt.
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Vorerst hatte ich es aufgegeben, danach weiter zu suchen, weil es wohl letztlich zu beliebig ist, eben zu archetypisch.
Also alles wohl mehr Einbildung und schliesslich war
ich in den 90er Jahren in Hamburg ja öfters mal unterwegs, hab Firmen, diverse Anwaltskanzleien und Privatleute besucht, da war ich vielleicht irgendwo parken vor 'ner
Brücke und bin dann nach 200m laufen in so 'nen Altbau rein. Oder in Dresden oder sonstwo, wo ich damals halt so überall mal war. Kann sein. Was weiss ich. Berlin
passt im weitesten Sinne ja auch noch ganz gut.

Dennoch habe ich mich drangemacht, das Thema als virtuelle Inszenierung umzusetzen, denn der Traum allein war auch so schon ganz deftig emotional besetzt und vom
Erlebnisfaktor her prägend, sowas lässt einem (mir) keine Ruhe, zumal ja damals Menschen so einen Ablauf tatsächlich erlebt haben! Auch war dieser Traum auf eigenartige
Weise viel intensiver als sonstige Horrorträume, die ich dann doch meist nach 2-3 Tagen wieder vergesse und in welchen die Muster sich auch immer nur wiederholen und
die ich zumindest viel leichter als Verarbeitung des Vortagsgeschehens, o.ä. zuordnen kann. Daher habe ich hier auch noch ca. 1 Jahr nach dem Traum erst dann die obige
Skizze (und auch ein paar weitere) dazu angefertigt.


Situation Dorotheenstrasse

Während der Recherche
nach der damaligen Farbgebung der Hamburger Strassenbahn und welche Linie nun konkret nach Rothenburgsort fuhr, stiess ich auf ein Bild einer
Bahn vor einer Brücke. Die Situation "Dorotheenstrasse" schaute ich mir dann nochmal genauer an. Und da passte wirklich so gut wie alles! Also zumindest kam es einem
Abbild des Traumes schon sehr, sehr nah! Da könnte ich so vom Gefühl her sagen: "Wenn, dann war das dort!". Zwar auch nicht absolut 100 Prozent, es ginge sicherlich
noch treffender, aber doch zu 90%. Allein die Strasse, die dort zwischen Brücke und Haus links abzweigt, heisst "Gryphiusstrasse", und irgendwie erschien mir das fast
logisch. ;)
Es passt sonst alles: Die Brücke mit dem Grünzeug davor exakt, die Strasse macht zwar keinen Schlängel, aber eine leichte Kurve, die Entfernungen passen zueinander, die
Wohnhäuser ziemlich genau so wie im Traum gesehen mit Fenster-Erkern. Zwar keine diagonalen Seitenfenster, aber immerhin solche Fensterausbauten. Der im Traum relativ
nahe Platz vom Fensterblick schräg links gegenüber ist zwar auch nicht dort, aber dafür ergibt sich ein grosser Kreuzungsbereich ein paar Meter weiter. An der Stelle, wo
der Platz exakt sein müsste, steht ein Nachkriegskasten, demnach könnte also entweder im Krieg dort Freifläche gewesen sein oder, falls vorher Altbau vorhanden, jener
zerbombt. Auch der grosse Stadtpark Winterhude ist als "grosser Grünplatz schräg links vom Fensterblick" immerhin assoziativ noch ganz passabel. Die Gryphiusstrasse als
Abzweigung vorm Wohnhaus passt ja jedenfalls bestens als "morphische Brücke" ins Konzept (da meine jetzige Meldeadresse ja die Gryphiusstrasse in Berlin ist), genauso
wie ich mein Ansichtskarten-Titelmädel Dorothea genannt hatte... ;)
Naja... ist eben alles archetypisch, viele Möglichkeiten der Variation gibt's - ganz allgemein - nirgends, ausser bei den Lottozahlen.
Bleibt die Sache mit den Bomben ansich. Der realen Lage nach müssten in meinem Traum die Bomber demnach von Nordosten her gekommen sein. Da die Angriffe aber von
England aus erfolgten, werden sie vom Westen oder vom Norden von der Nordsee aus gekommen sein. Ausserdem fielen im Traum die Bomben ja nicht etwa, als das Dröhnen
gerade am stärksten war, sondern erst viel später, nachdem ich bereits eine Weile in der Wohnung war. Also irgendwie doch wieder nicht so zutreffend alles...

So schaute ich noch so einige Videos über den Bombenkrieg ansich und las Websites dazu, allein weil ich Infos für meinen Bildaufbau brauchte und z.B. genaue Darstellungen
der Leuchtspuren der
Flakgeschosse haben wollte. Und da erfuhr ich nebenbei, dass die Bomber die Stadt, bzw ein Stadtgebiet teils erst überflogen, um Entwarnung auszulösen,
danach umdrehten und aus genau der anderen Richtung zurückkamen und dann warfen. So passte mit dieser Info auch das zeitlich versetzte Dröhnen zu den Einschlägen sowie
die Richtung, aus der im Traum die Bombenabwürfe kamen.
Hier sieht man schön den
Dorotheenstrassenbereich von oben. Dorotheenstrasse bildmittig, links die Hochbahnbrücke mit dem durchaus üblichen Grünzeug davor, dann die
Häuser mit dem Fensterausbau in der Mitte und der grosse Kreuzungsbereich ganz rechts. Ich kann mich auch nicht erinnern, dort seit 1973 schon mal real vor Ort gewesen zu
sein, nicht mal nur in Streetview.
Alarm hatte ich im Traum allerdings keinen gehört. Auch kein Flakfeuer gesehen oder gehört.
Jetzt bleibt die Frage, ob die Häuserreihe dort tatsächlich Bombentreffer abbekommen hat (was ich nicht annehme) aber falls wirklich auch das noch passt, stellt sich die letzte
Frage: Wer hat dort im 1. oder 2. Stock in den Häusern zwischen Gryphius- und Flemingstrasse gewohnt und wer ist während der Angriffswellen nach Hause gekommen,
vielleicht sogar genau des Angriffes am 27./28.7.1943 und dort dann umgekommen?



Reinkarnation oder nicht?

Auf dessen individuelle Erlebnisinformationen hätte ich dann hier und heute defacto nachträglich Zugriff erfahren! Oder populärer ausgedrückt: Derjenige war ich!
Allerdings glaube ich nicht daran, dass, sagen wir, "Hein Müller" als "Lieschen Meier" 1:1 wiedergeboren wird, denn das ist schlicht viel zu trivial! Ich kann mich ja selbst an
mein eigenes, tatsächlich nachweisbar stattgefundenes Leben in den 70er, 80er, 90er Jahren kaum erinnern (wird jedem so gehen, dass er sich an seine früheren Jahre nur
fragmental erinnern kann). Selbst wenn ich Videoaufzeichnungen in Ton und Bild aus den 80er Jahren von mir sehe, die ich seit jener Zeit nicht mehr gesehen habe, kommt
mir kein "Reinkarnationsfeeling" bezüglich meiner eigenen Person auf. Was also eher im Umkehrschluss bedeutet, dass man ja nicht mal ein und dasselbe Leben mit einer
100%igen Abspeicherung sämtlicher Lebensinformationen samt permanenter, eigenempathischer Rückbesinnung durchlebt, sondern sich nur vage von Gegenwartsmoment
zu Gegenwartsmoment hangelt, garniert mit ein paar besonders "einschlägigen" (!) Erinnerungen - und der Rest an Erleben ist schlicht wumpe und schon im nächsten
Moment komplett für die Tonne.


First-Person-Views

Dennoch: Das "Ausarbeiten" archetypischer Ablaufmuster als theoretische "First-Person-Views",
die somit auf einige existierende oder vergangene Individuen zufällig, weil in
ihrer Typologie eben
allgemeingültig und somit höchstwahrscheinlich grösstenteils zutreffend sind, sind faszinierend und schulen enorm die Empathie! Ebenso kommt das sog.
"Morphische Feld" (als soziologische Definition) ins Spiel, dem man sich allein vom Interesse her oder von der kulturellen Prägung her - mehr oder weniger unfreiwillig - selbst
zuordnet und anschliesst. Man hat also ein Interessengebiet, dem man sich ausgiebig gedanklich widmet. Und dann ist die Übereinstimmung des inhaltlich Nachvollziehbaren
zu anderen Personen, die dasselbe Interessengebiet aufweisen, die etwa denselben kulturellen Hintergrund haben oder die eine bestimmte, für einen selbst gut nachvollziehbare
Lebensituation und bestimmte Rollen- und Bewegungsmuster samt denselben Definitionen der Umwelt abdecken, eben sehr gross.
Als Beispiel: Befinde ich mit einer anderen Person dicht an dicht im selben Raum, dann bin ich zwar nicht zugleich die andere Person ebenfalls selbst, ich kann aber, was den
Eindruck des Raumes betrifft, zurecht behaupten, dass das rein objektive Erleben des Raumes zwischen mir und der anderen Person wohl zu 95% identisch ist. Ich bin also,
bezogen auf die reine Objektivtät, zu 95% genau wie der Andere. Bezüglich dieses kleinen gemeinsamen, rein objektiven Erlebnisanteils verschmelzen wir also, weil wir uns
darin nicht mehr unterscheiden.


Fazit

Ich will natürlich mal hin nach Hamburg und mir jene Orte, die als Kulisse des Traumes in Frage kommen, angucken, um ein ggf. entstehendes Gefühl durch den Eindruck vor
Ort zu erleben. Ob irgendein diffuses Gefühl sich dann irgendwie intensiviert, oder ob ich dort überhaupt keinen Bezug zum Ort verspüre. Auch will ich herausfinden, ob die
Häuser in der Dorotheenstrasse getroffen wurden, wenn ja, wann bei welchem Wetter genau und natürlich alternativ immer auch noch weitersuchen, ob es letztlich in Hamburg
und desweiteren in noch anderen Bombenstädten, einen in der Optik ähnlichen Aufbau gegeben hat oder noch gibt, der ggf zu meinem Traum noch besser passt. Berlin passt
jedenfalls eher gar nicht zu der Strasse im Traum, denn Berlin kenne ich sehr gut, fast in- und auswendig sogar samt den hier relativ gut dokumentierten Vorkriegszuständen der
Strassen und Viertel. Erst recht entlang der Hochbahn und bei besonderen "Brückeneingängen" zu den Vierteln.
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Da ich mich nun definitiv mit dem Thema beschäftige und auch das Bild zum Thema realisiert habe, kann man daraus - Reinkarnationstheorie hin oder her - zumindest ganz
klar schlussfolgern: Der Bombenkrieg befindet sich immer noch in der individuellen - und sehr wahrscheinlich auch in der kollektiven - Aufarbeitung! Der Prozess der
Aufarbeitung des Krieges ist innerhalb unserer Kultur, unserer soziokulturellen Gemeinschaft noch längst nicht abgeschlossen!
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Das Bild ansich


Es war schon mal nicht ganz leicht ("leicht" heisst "2-3 Google-Klicks"), herauszufinden, welche Linie nach Rothenburgsort fuhr. Linie 23 fuhr nach dem Krieg, die 12 vor und
während der Kriegsjahre. Die Farbgebung der Bahn war bis nach dem Krieg in HH bei Zweiachsern gelb, bei Vierachsern untere Hälfte rot. Diese Bahn ist ein Zweiachser, also
habe ich es bei cremegelb belassen. Der Wagentyp des Herstellers Niesky fuhr wohl eher nicht in HH, aber so sehr viel tut sich das nicht, wenn halt nichts anderes an Modellen
zur
Verfügung steht. Hauptsache die Epoche passt halbwegs. Hier mit kriegsbedingt abgedunkeltem Scheinwerfer, die Fenster hätten dann eigentlich auch noch abgedunkelt werden
müssen
(zur unteren Hälfte blau angestrichen, o.ä.), da die Bahn aber ganz ohne Scheiben ausgeliefert wurde, war ich schon froh, da überhaupt erstmal Glas eingebaut gekriegt zu
haben.
Die Bahn hat 52 Prim-Impact und ist daher im Set, wie so oft, angezogen, damit die Prims nicht der Sim als Impact zu Last fallen (Kleidung ist vom Prim-Limit
ausgenommen,
kann aber nicht beliebig weit vom Körper entfernt angezogen werden und kann daher auch nicht ganz so einfach und bequem umpositioniert werden).



Schon fast alles zusammen, was ich so für den Trip brauchte:  B-17, Tram, Flak, 2x historische Outfits, Kopfsteinpflasterstrasse mit Schiene.
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Die Schrift "Rothenburgsort" besteht aus einer DIN-Schrift aus jener Zeit als Vorlage und dann per Hand entsprechend des Hamburger Typs nach alten Fotos umgemalt und
gestretched, letztlich quasi jeder Buchstabe nach Foto per Hand neugemalt. Ob nun schwarze Lettern und Zahlen auf weissem Grund richtiger wären, weiss ich nicht, aber
zumindest auf einem
Foto der Linie 23 nach Rothenburgsort zur Nachkriegszeit waren Nummern wie Schrift weiss auf schwarz.
Das Flakfeuer sind hier Stäbe, die mit Licht und Glow versehen dann selbstleuchten. Die Bombenexplosion ist auch inworld, eine Atombombe (naja), die nach Aktivierung
immer 5 min runterzählt, bis man dann passgenau das Foto machen muss.
Die Strasse hatte ich ja schon und auf die Textur schnell noch eine Strassenbahn-Pflasterschiene in der Mitte drübergelegt. Im Web gibts da natürlich ganz viel Fotomaterial aus
dem Modellbahnbereich, zwar nicht senkrecht von oben, aber man kann sich schräg aufgenommene Vorlagen ziemlich weitreichend zurechtstretchen, partiell ergänzen und dann
noch ordentlich knackig nachschärfen. Bei Steintextur fällt Rauhheit und Unregelmässigkeit oder geringe Auflösung eh nicht so auf.




Fehlen also noch das B-17 3-Prim-Tischmodell, Flakfeuer-Leuchtstäbe,
Lufschutzsirene fürs Schuldach, Liegepose und wenigstens die eine Sprengbombe.


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Dieses Flakfeuer ist aus einem Videobild einer echten, aktuell und daher in Farbe schiessenden WWII-Flak ausgeschnitten,
sieht als platte Fototextur aber nicht so dolle aus, jedenfalls für mich so nicht brauchbar.

.........Der Bomber ist eine B-17, wenn auch zumeist Avro Lancaster mit dem Doppelseitenleitwerk Hamburg anflogen, die B-17 passen aber auch.
.........Die eine B-17, die von den Flakscheinwerfern angeleuchtet wird, "fliegt" auf etwa 160 m Höhe. Real flogen sie mehrere tausend Meter hoch, aber das wäre auf dem Bild nicht
.........mehr plakativ genug gewesen, zumal die inworld-Sichtweite dazu gar nicht ausreicht. Die anderen B-17 drumrum sind die Tischmodelle, die gleich hinter der Strasse über dem
.........Sportplatz in ein paar Metern Höhe angeordnet sind und je 3 Prim-Impact haben. Das Funktionsmodell hat 147 Impact. Leider ist ja die Möglichkeit von Second Life her nicht
.........gegeben - noch nicht - tausende Prims pro Sim zuzüglich zur bestehenden Landschaft zu setzen, also das Prim-Limit setzt die Grenze, die allerallermeist immer und überall
.........am Anschlag ist. Die Landschaft kann ich ja nicht entfernen, weil sie ja nicht mir gehört und weil auch andere Leute die Sim benutzen wollen. Mir bleibt dann immerhin die tiefe
.........Nacht, um in Ruhe arbeiten zu können und ich bin schon froh, wenn ich hier auf dieser Nordkueste-Sim dann 200 Prims frei habe, bzw. mir freimachen kann.
Bis zum Vormittag
.........muss dann aber alles wieder aufgeräumt und normal wieder aufgebaut sein. Hätte ich mehr Primfreiheit und könnte ich mein Zeug auch mal "übertag" länger stehen lassen, hätte
.........ich hier noch viel mehr Scheinwerfer aufgestellt, mehr Flakstellungen und viel mehr "echte" B-17 gerezzt und entsprechend angestrahlt, als nur diese eine mit den Tischmodellen
.........drumrum. Vor allem kann das Funktionsmodell auch Bomben werfen, das hätte ich zumindest gern mal ausprobieren wollen wie das aussieht, aber das ausgereizte Prim-Limit der
.........Sim macht die zusätzlichen Prims der Bomben schon bei nur einem Flugzeug völlig unmöglich.



.................Erste Stellprobe der besorgten Sachen. Die Tram noch ohne Fenster. Wäre als "Wrack"auch noch 'ne Möglichkeit der Darstellung gewesen, so ohne Fenster wirkt es aber
                 einfach nur billig und unfertig, finde ich. Die Bombe ist viel zu nah und sieht im Ganzen eher nach Nebelmaschine aus, als nach Explosion mit starker Druckwelle.



.................Die Flakfeuer-Leuchtspuren dürfen auch nicht zu lang sein, sonst sieht das nach Star Wars Laser aus.
.................Die Luftschutzsirene ist schon auf dem Schuldach montiert, im Pflaster in der Schiene ist 'ne Delle drin, die muss raus, das Halstuch muss sich noch besser anlegen und
.................der Bomber fliegt viiieel zu niedrig!! 6000m hoch geht natürlich auch nicht, aber höher muss das, ergo die Scheinwerferstrahlen wenigstens mittels zwei Kopien der je
.................64m langen Strahlen (längere Teile gehen in SL nicht = nervig!) zu 192m zusammenstückeln und dann die am jetzigen Strahl komplett auslaufende Textur je auf 3x länger
.................stretchen und dann auf den jeweiligen 1/3 Ausschnitt der Länge nach verschieben.
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.................Und gleich schon mal die Windlights aus- und durchprobieren!
.................Da gibt es alles Mögliche an Himmelsfarben, farbigen Horizonten, Dunstnebeln, Wolkendichten u.s.w. in jedweder Kombination!
.................Hier ist jedenfalls ein Kompromiss gefragt, denn da ich nur eine B-17 anstrahlen kann, dürfen die anderen nicht in völliger Dunkelheit vor dem Nachthimmel sein,
.................weil man sie ja sehen soll, aber tagheller Himmel mit weissen Wolken würde ja wieder keinen realen Sinn mit den Scheinwerfern machen.
.................Bisschen theatralisch und surreal und mit Tiefenwirkung soll und darf es nachher aber auch ruhig aussehen.

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...................So sieht's schon besser aus. Das Funktionsmodell auf ca. 160m Höhe anstatt auf 50m.
...................Allerdings sieht zu viel Flakfeuer als durchgehendes Perlenmuster nicht gut aus.
...................Bei dieser Funktions-B-17 drehen sich nachher im Set die Motoren und das Fahrwerk ist eingezogen..Mit laufenden Motoren ist das Gerät allerdings
...................schwer zu fixieren, es will immer "los" und braucht dann auch einen Piloten, sonst löst es sich binnen Sekunden in Nichts auf.
..................."Geflogen" wird diese B-17 daher von Nr.5a. Pagad steht an der Flak, Steffy liegt auf der Strasse, Ursel steht Modell und Lisl macht die Fotos.
...................Fünf Avas sind also im Einsatz. Zum Schluss des Aufbaues probiere ich noch die Wolkenbasistextur aus. Da hat man vier verschiedene zur Auswahl:
...................Default, Layered, Cumulo-Nimbus und Altcumulus. Ich verwende hier letztere.



Und hier noch mal das fertige Bild, stark in gelb und rot getaucht à la "Im Reich der Sonne".


Update  7.7.2016
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Drei Steine am Wildpark


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Drei Meilensteine, Grenzsteine oder Grabsteine als Parkweg-Eingang.
Gesehen in Berlin am 16.6.2016. 
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Im Original stehen sie hier in Berlin, Krumme Lanke, Poßweg / Ecke Zinnowweg.
Der linke Stein hat ein frech gemaltes Kreidegesicht im Kreis.  :P  
Warum sie auf einer Seite die Kreisgravuren haben, erschliesst sich nicht, aber wegen den Kreisen wirken die Steine wie zweckentfremdete Meilensteine.
Die Zinnowwaldsiedlung in Krumme Lanke wurde im Jahre 1927/28 geplant und gebaut. Aus jener Zeit scheinen auch die bearbeiteten Steine zu sein.
Im Ganzen wirken sie sehr zeitlos, auch mit dem Kreidegesicht könnten sie gut von 1930 stammen, es sind keine modernen Graffiti drauf.



Die Dinger musste ich mir einfach mitnehmen!  Und habe sie am Wildpark aufgestellt.
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Digital natürlich fotogrammetrisch umgesetzt. Steine sind ohnehin die einfachste Nummer, da sie keine reflektierenden Oberflächen haben,
nicht glatt sondern extrem rauh sind, rein convex sind und die Textur punktuell stark differenziert ist. Was anderes als Steine, Sandhaufen und
rauhe Sandsteinbüsten aus Fotos oder auch als Laserscan umzusetzen
, ist derzeit immer noch sehr schwer bis unmöglich. Denn die Bild-, respektive
Objekterkennung ist ja längst noch nicht ausgereift. Das allermeiste wird buttrig-matschig, die Texturen schlieren wie wild rum, u.s.w. Auch die
relativ professionell gemachten 3D-Ausdrucke von 3D-gescannten Personen sind ja immer noch sehr mau, also von der Textur her wenig
kontrastreich und auch in der Form eher wenig detailreich, letzteres natürlich mehr am Ausdruck liegt, als am Scan, aber die - generell immerhin
sehr hohe Polygonauflösung des Originalscans - muss meist um 99% reduziert werden, um praktisch verarbeitbar zu werden. Da bleiben nur
wenige Dreiecke zur Konturprägung übrig.
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Die drei Steine. In einem Stück aufgenommen und berechnet. Hier beschnitten und polygonreduziert im Endzustand.
Die Hügel sind farblich noch abgesetzt, um inworld die Hügel-Bodentexturen, unabhängig von der eigentlichen Steintextur, durch zur Umgebung
passende Bodentexturen ersetzen zu können.

Die Berechnung braucht jede Menge Rechenpower! Online möchte ich meine Objekte nicht so gerne berechnen lassen, aus vielerlei technischen
und rechtlichen Gründen, auf die hier einzugehen, zu weit führen würde, also bleibt im Prinzip nur das lokale Selbstberechnen mittels Freeware
oder wenigstens mittels einer halbwegs erschwinglichen Kaufsoftware, die dann nur 1x und nicht monatlich bezahlt werden muss.  
Ist diese Konfiguration fürs lokale Selbermachen ansich schon schwer zu besorgen und einzurichten, bedeutet es eben auch, dass es den PC
komplett belegt, ihn ganz ordentlich auslastet, ge- und verbraucht und viel Strom frisst.
 
Allein diese lapidaren Steine haben eine Gesamtprojektgrösse von 1,5 GB! Die Strasse unten etwa 12 GB. Ich habe auch Objekte am Ausprobieren
und am Meshen, die jeweils locker über 20 GB Speicher brauchen. So hat man schnell auch noch 'ne - leider immer noch relativ teure - Festplatte
voll, wenn man die Projekte behalten und nicht wieder löschen will. Zur Erinnerung: Die Rechner Ende der 90er hatten gerade mal 4-8 GB
Gesamtfestplattenkapazität!

Das 3D-Scannen ist also nicht mehr so sehr primär eine technische Herausforderung ansich, sondern "nur" noch eine der zu verarbeitenden
Datenmengen und der Rechengeschwindigkeit. Spätestens wenn man zigtausende 8K bis 24K-Fotos (aus Video extrahiert), dazu am besten noch
Wärmebilder, UV- oder Röntgenbilder sowie diverse Signalrücklaufwerte berechnen lassen könnte und wenn die Software dann noch Spiegelflächen
ersetzt, Glattflächen erkennt und leichte Bewegungen als Mittelwert zentriert - dann ginge quasi alles zu machen!

Derzeit sind Dinge wie z.B. das Schiffshebewerk Finow eher noch nicht so praktikabel 1:1 einzuscannen, auch wenn natürlich schon mal jemand
ein ganzes Schiffshebewerk gemacht hat... ;)  Sowas sieht dann aber leider als Mesh immer noch aus wie 'n Klumpen Butter in der Sonne.^^
Warten wir ab, was die Zukunft diesbezüglich bringt - kann nur besser werden ---
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Hier hatten Ursel (rot) und Gisel (grün) jedenfalls einen schönen Sommernachmittag am und im Wildpark verbracht. :)
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Die Figuren wirken in der Szenerie fast wie nachträglich in ein reallife-Foto hineinkopiert, sie liefen aber inworld herum, die Szenerie komplett
inworld so aufgebaut und ausgeleuchtet.
Der Schattenwurf der Avas ist generell technisch nicht so gut. Weil sie so schlecht angepasste und nur
sehr schwache Schatten haben oder phasenweise deren Schatten aussetzt, wirken sie auf ebener Erde stehend somit im Foto, trotz Schatten,
wie schwebend oder wie hineinkopiert.
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In den Anfängen von Second Life waren die Avatare ansich schon das Ansehnlichste und Detailreichste in der ganzen Kulisse überhaupt.
Und selbst jene Avas waren so hässlich, dass mich allein die kantigen Avas damals (Hype 2007) davon abhielten, die Plattform auszuprobieren
(bin erst 2010 eingestiegen). Mittlerweile wirken jedoch oft die Avatare am künstlichsten in einer Szenerie, trotz dass auch sie optisch weitaus
ansprechender geworden sind.
Kommt natürlich auf die Grafikeinstellungen an. Antialias und all sowas ist zwar lange Standard, aber die Mühe einen solch romantischen
Schattenwurf wie hier auf den Bildern einzustellen, macht man sich natürlich in der Regel nicht. Und es gibt im bisherigen SL auch nur wenige
Blickwinkel-Perspektiven, die eine Realität wiederspiegeln, wo nicht pinke Ponyfarmen mit lila Glitzerbäumen sind. Muss man schon Sim-Ecken
besuchen, die spezielle und gut gestaltete Reallife-Themen haben. Dort findet man dann z.B. die "Vorlagen" 3D-gescannter Personen, die wohl
mal zwecks 3D-Druck erstellt wurden und nun eben in SL noch Verwendung als Statisten-Standbilder finden.



15.5.2016

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Die Landstrasse.
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Bei dieser Kopfsteinpflasterstrasse handelt es sich um ein Stück der Sensburger Allee in Berlin (im Original hat das Stück grob etwa 15m Länge),
nördlich vom Georg Kolbe Hain in Westend. Zusammengesetzt und berechnet in zwei Teilen aus insgesamt 447 Einzelfotos.
Dann in Blender die zwei Teile zusammengefügt und das Ganze nochmal als zusätzliches Objekt samt Textur gespiegelt, so dass die 15m letztlich
endlos zusammengelegt werden können.
Die Breite der Strasse ist im Original geschätzt um die 4m, ich habe hier aber komplett xyz gestretcht auf 7,50m Breite und 28,5m Länge.
Somit wurden auch die Bordsteinkanten höher, und weil die Mädels und das Tandem extrem klein sind, passen die Proportionen "Figuren -> Bordstein"
nicht mehr so ganz, aber in Second Life sind die Avatare ohnehin im Vergleich zu Objekten, Texturen, Türen, Raumgrössen u.s.w. meist Däumlings-
Püppchen. So fällt das, wenn man SL gewohnt ist, hier nahezu 1:1 aus.
Die Oberfläche des Bordsteins ist zur Grassnarbe hin mit eigener Texturfläche abgegrenzt, so dass sich zwecks passenden Überganges zum Gelände
die entsprechende Geländetextur plus Farbe setzen lässt.

Die Szene mit den Zwillingen aufgebaut in Second Life auf kleinem Grundstück mit exakt einer Strasseneinheit 28,5 x 7,5m.
Die Corvette in Metropolis auf eigener Homeserver-Sim mit einer Strassenlänge von knapp 500m.

--> Nur noch etwa 1/2 Jahr, bis SL2.0 "Project Sansar" startet! Ich kann's kaum erwarten, das wird wie Weihnachten!!
Oder besser: Wie ein neuer Urknall!!!
Die Schöpfung wird ganz neu geschrieben werden! Die Beta startet im Juli und offizielle Eröffnung für alle wird dann wohl im November oder Februar sein.
Wie es sich derzeit abzeichnet, wird man - wie auch aus Metro/Opengrid bekannt - auf eigenem Server sein eigenes, theoretisch unendlich grosses Gelände
betreiben können. Zum weiten Raum dann endlich auch der internationale Marktplatz zwecks Einkauf (und eigenem Angebot) aller Dinge und Dekosachen,
die man so braucht. Dann viel bessere, interaktivere Avatare, die dann auch Objekte greifen können, fliessendes Wasser auch aus Flaschen und...und...und...

Bin gespannt, wie meine Mädels dann dort aussehen werden... ob sie sich in ihrer neuen Welt wohlfühlen werden... aber ich denke schon! :)

Für den Winter habe ich mir auf alle Fälle eine GTX-1080, 'ne Oculus und 'nen 4K-Monitor vorgemerkt. Wenn's geht, auch eine 18-Core-CPU,
aber da muss man wohl noch etwas Geduld haben, bis 18-Kerner bezahlbar werden. Als Zubehör wäre noch ein portabler Laserscanner mit
möglichst grosser Reichweite schön, plus 'ne Drohne, um ganze Gebäude 1:1 virtualisieren zu können. 

Nacharbeiten muss man die Objekte aber wohl auch beim Laserscanner immer noch. Die Strasse sieht zwar hier auf den Bildern einfach aus, ist aber
handwerklich doch schon recht anspruchsvoll. Man darf nicht zu viel fotografieren, sonst wird die Gesamttextur zu matschig und milchig, aber auch nicht
zu wenig, sonst fehlen Infos. Sämtliche Aufnahmewinkel und -abstände müssen stimmig zueinander sein, sonst verzerrt die Textur. Die Beleuchtung muss
gleichmässig sein, denn Sonne+Schatten auf dem Objekt geht natürlich gar nicht. Nachher muss erst das Mesh reduziert werden, Kanten und Flächen
müssen per Hand nachgearbeitet und Fehler wie Löcher und Beulen korrigiert werden und dann muss noch die Textur aufs low-Polygon-Objekt vom
highpoly-Original neu "aufbelichtet" werden und die Ränder / Landschaftsübergänge sind mit neuer Fläche abzugrenzen. Zum Schluss muss die reine
Textur-Map im Fotoprogramm helligkeits- und fehlerkorrigiert und im Ganzen optisch optimiert werden, was der kreativ schwierigste und fummeligste
Part dabei ist. Aber wenn das Objekt dann sogar jemand anderes zur Gestaltung seiner Welt gebrauchen kann und aktiv einsetzt, dann freut's einen -
dann hat's sich schon gelohnt. :)

Nachdem ich die Strasse fertig hatte, interessierte mich der Aspekt der Faszination an der Autobahn und fand diese Abhandlung
über die Reichsautobahn:
"Jene blassgrauen Bänder oder Anmut, Härte und Zielstrebigkeit"  von Erhard Schütz ins Netz gestellt am 2.5.2000,
wobei der letzte Absatz und Satz (für das Jahr 2000) bemerkenswert ist:

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    Gemeint ist Franz Kafkas Wunsch, Indianer zu werden. In ihm hat Kafka die unvergleichlich unschuldige Fassung dessen gegeben, wofür wir, 
    die wir nicht mehr für irgend Vaterland und Reich das Leben opfern, unseres und das der anderen bedingungslos aufs Spiel setzen - für die Jagd 
    nach diesem Genuß:

     Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft,
     immer wieder kurz erzitternd über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, es gab keine Sporen,
     bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glatt gemähte Heide sah, 
     schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.

    Bliebe am Ende allenfalls der fromme Wunsch, daß uns bald davon die virtuelle Welt erlöste - 
    das narzißtische Rasen, Rauschen und Gleiten durch Cyberspace.

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Gewiss, das tut sie heute, die virtuelle Welt! Jenes Verlangen löst der Cyperspace ein. Immer mehr und mehr und immer weiter und weiter...
So gleiten wir rasend, in unseren eigenen Schöpfungsfantasien inkarnierend dahin, in die Unendlichkeit... unsere alten Namen dabei vergessend.




4
.11.2015
Einige ältere Inhalte ganz gelöscht, andere ggf. offline
wegen Serverumzug / broken Links / Seitenüberarbeitung.