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Newsblog

Stand: 30.9.2010
 


 

Eigentlich wollte ich schon zu jener Zeit schreiben, als das deutsche Volk kollektiv verzweifelte, weil ein Haufen
Multimillionäre, deren Job es ist, anderen Multimillionären gegen das Schienbein zu treten, es nur bis ins Halbfinale geschafft
hatte... wollte schreiben über's nicht gezählte England-Tor - und was nicht noch alles, aber all das ist jetzt schon lange, lange
her und längst nicht mehr aktuell...
Viel Zeit ist nun wieder vergangen, was man daran merken kann, dass wieder viel Öl ins Meer geflossen ist... 
Aufgrund der heutzutage überbordenden Medienwelt bin ich mittlerweile der Meinung, dass 1000 Worte eben doch wieder
mehr sagen, als 1 Bild. Zur Zeit des alten Chinas mag das noch andersherum gewesen sein. Nun ja...
 

Festplatten

Aber zur Prakmatik der Sache (schreibe ich halt mal wieder was über Technik und Bildqualität).
Für die Second-Life-Captures habe ich mir drei 1,5 TB Platten besorgt, das Stück zu 79 Euro.
Ich hatte hier ja seinerzeit schon über Festplatten-Anschaffungen geschrieben - es ist noch nicht allzu lange her - als ich stolz
eine 320 GB Platte für 79,- gekauft hatte.
Nur sind heute 1,5 TB immer noch sehr, sehr wenig. :-( 
Eigentlich wollte ich keine USB-2 Platte mehr kaufen, erst wieder 'ne Platte, wenn USB-3 preislich vergleichbarer Standard ist
(ist es jetzt eigentlich auch), aber ich werde mir wohl doch noch mal eine weitere 1,5er, 2er oder 3er USB-2-Platte besorgen,
weil ich für USB-3 ja zusätzlich die Aufrüst-Card bräuchte und etwas teurer ist USB-3 immer noch. 
Eine 3er einfach nur mal so zu besitzen, reizt mich jedenfalls sehr, ist es doch die 10-fache Menge meiner ersten 320er!

Ebenso ist bei mir nun das reine Röhren-Zeitalter zuende gegangen - ich habe meinen ersten Flachbildschirm, der jetzt 16:9 hat,
nicht mehr 4:3. Ein flacher ist absolut empfehlenswert und ratsam, obwohl der Röhrenmonitor auch seine Vorteile hat und daher
bei mir noch weiter in Betrieb ist. Z.B.: Stabilere Bildhelligkeit und Farbtreue aus allen Sichtwinkeln, dazu mehr Hertz (mein
neuer Flacher ist nicht der teuerste, eher der billligste, daher nur 60, statt >100 Hertz), sogar mehr Pixel-Auflösung ist beim
"Dicken" im entsprechenden 4:3 Verhältnis auch möglich.
Erst dachte ich ja noch, ich kaufe mir noch mal eine neue gebrauchten Röhre, da diese ja schon ab 5 Euro in gutem Zustand
zu haben sind, war dann aber doch froh, einen modernen und leicht zu transportierenden und vor allem einen 16:9 zu haben!
16:9 ist heute einfach ein Muss und ein Genuss!

Ein oft geschossenes Bild auf der IFA - schon
letztes Jahr.2009. Die Hobby-Fotografen
stehen fast wartend in der Schlange, um diese.....
Seitenansicht des Objektes zu knipsen.
Der senkrechte Strich in der Bildmitte ist
nämlich ein Fernsehapparat! :)

Cheerleader!!!!!  ****yaayyy****  ;))
Auch hier gehts um Flachbildschirme. Die silberne Platte ist einer. Von hinten. Und er drehte sich im Kreis, damit man 
auch sieht, wie flach er ist.

In die Familie kam jetzt ebenfalls unser erster Flachbild-HD-Fernseher, denn die alte Röhre ging plötzlich kaputt.
Schon Wahnsinn das neue Teil! Vor allem die Tatsache, dass bereits 1987 auf der IFA Flachbildschirme mit HD-Inhalt
zu sehen waren! 3D gab's dort damals natürlich auch schon zu sehen, ist damals nur untergegangen, weil damals gerade
erst die Privatsender wie z.B. RTL und Sat1 aufmachten und riesige Shows mit Moderatoren- und Star-Aufgeboten ver-
anstalteten. Es gab reichlich Live-Shows über die damals 14 Tage IFA-Dauer auf den Bühnen und im Sommergarten.
Von Stefanie Tücking über Werner vom RTL "Ruck-Zuck", über Gundis Zambo bis hin zu Thomas Gottschalk im Duo
mit Günther Jauch bis hin zu Heino konnte man live alles sehen und hören und sich Autogramme geben lassen, was Rang
und Namen hatte. Extra Sendungen mit Einlass-Uhrzeit wurden dort aufgezeichnet. Mein Freund und ich wohnten u.a. der
Aufzeichnung von Mike Krügers "Strassenmusikanten" bei. Bei Wolf-Dieters "Bingo", dass er dort täglich mehrmals live
durchspielte, hatte ich mal spontan die Ehre, es ansagen zu dürfen.
Um 1990 war die IFA sowas wie eine Weltausstellung und absolut glamourös! Fast jeder Besucher schleppte eine grosse
Tragetüte mit rum, die man an vielen Ständen als Werbung bekam, und man sammelte darin allerlei Prospekte, Cappys
und jede Menge Aufkleber. Tja, das waren noch Zeiten... ;)
Zurück zur Sache: Jedenfalls schiebe ich das mal auf den Industrie-Lobbyismus, dass es ein Vierteljahrhundert dauert bis
sich eine grundlegende Verbesserung endlich mal durchsetzt. So Anfang der 90er wäre eigentlich die Zeit gewesen, in der
Breitbild + HD hätte allseits kommen können / müssen. Eine Hi8-Cam, die ich mir 1993 zulegte, hatte sogar schon einen
Umschalter für 16:9 Aufnahmen.
 

4K2K

Just war also gerade wieder die IFA - die jetzt jährlich und nicht mehr nur zweijährlich stattfindet.
Man liest und sieht viel über 3D (Sony hatte fast 'ne ganze Halle mit 3D-Shows aller Art belegt), über noch flachere Flach-
bildschirme, u.s.w., nur über eines liest man gar nicht: Über 4K2K!
In Asien entwickelt man 4K2K treibend voran - nur hier wird pressemässig mal wieder so getan, als gäb's das nicht, ober als
bräuchte man das vorläufig nicht. :-(
4K2K heisst nichts weniger als 4000 x 2000 Pixel Bildschirmauflösung! Derzeitiges HD hat ca. 2000 x 1000. Das bedeutet
also eine Vervierfachung der Datenmenge gegenüber HD. Bedeutet nocheinmal eine deutliche Anhebung der Bildqualität
gegenüber HD! Das System wurde auf der IFA demonstriert. Es war nicht leicht zu finden, ich fragte an einem Info-Stand,
wo es sei, der Mann war sehr nett, fand es aber leider nicht auf seinem Screen im IFA-Ausstellungs-Katalog, googelte es
dann und fand es: "Halle 5.2, Panasonic". "Danke!"

Und hier ist es:

Auch wenn meine Fotos ziemlich unscharf sind durch die Verwacklung sowie mangels Qualität meiner Mini-Digicam, so
lässt sich doch erkennen / erahnen wie scharf  4K2K ist! Es wirkt so, als hätte ich draussen in Reallife fotografiert und
nicht bloss einen Bildschirm abfotografiert.
Man konnte im Bild regelrecht die klare Luft bis hin zum Horizont erkennen und gleichzeitig, wenn man dicht ran ging,
die Nuancen und Schatturen der Abbruchkanten der Eisschollen. Dazu das kleinste Wasserkräuseln in der - durch die
Detailtreue insgesamt riesigen - Szenerie. Solch eine Darstellung habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen
(logisch) = absolut faszinierend! Selbst Kinoleinwände sind m.E. nicht so brilliant, da die Framerate im Kino so bei
20-60 liegt - und das nimmt man noch irgendwie als Flimmern wahr. Erst recht die Fusseln auf Film. Hier jedoch ist kein
Flimmern und kein Fusseln mehr zu merken. Lediglich sehr hell beleuchtetes Weiss dürfte - wie auch beim heimischen
HD festzustellen - nicht ganz so übersteuern. Der Kontrast könnte da besser sein.

Brilliant - einfach nur brilliant! Wie in echt.
In einer Szene schneite es leicht. Der Schneegriesel war bis ins Detail zu erkennen. Dazu standen Vögel auf einer
Eisfläche herum und ein Spatz landete dazwischen. Es war wie ein Blick aus einem Fenster.
Desweiteren lief ein Dragster-Rennen, dessen Bildqualität allein durch die wabernde, staubige Hitzeluft vor Ort getrübt
wurde, was durch das Luftflimmern eigentlich kein gutes Demo-Beispiel war. Die klaren Meeresszenen waren deutlich
eindrucksvoller.

So sah die Präsentation von Panasonic aus. Es gab leider Lichtspiegelungen auf dem Bildschirm - das System hätte es
verdient, in einem abgedunkelten extra Raum / Kabine gezeigt zu werden, wie ja andere Dinge / Techniken dort
ebenso in seperaten Kabinen mit festen Einlass- und Vorführzeiten präsentiert werden. Oder eben einfach zum 
Reingehen und Rausgehen.
Der Witz war, dass das gar nicht primär als 4K2K präsentiert wurde, sondern "nur" als "World's largest Plasma Display
with 152 inch" (siehe Spruch auf Bild oben rechts). Das Mehr an Bildpunkten, also das 4K2K, sieht man da im 
Vorbeigehen eher als abmessungs-grössenbedingt des Gerätes an, nicht als ein generell neues, verbessertes Format der
Bildauflösung.
Wahrscheinlich will der Hersteller sich nicht selbst Konkurrenz machen, sondern erst mal sein normales HD vermarkten. 
Dass die Kunden denken, bzw. begreifen könnten, dass normales HD schon längst wieder veraltet ist, bevor es
überhaupt nur richtig in die Läden kommt, passt da verständlicher Weise nicht in die Marketing-Strategie...
 

UHDV

Mit 4K2K aber noch aber noch nicht genug! Das nächste ist UHDV !
~ 8000 x 4000 Pixel!
Nochmals eine Vervierfachung der Datenrate und Auflösung gegenüber 4K2K.
Für 18min Film braucht man 3,5 Terabyte Speicher!
Theoretisch könnte man daraus dann wieder 3D mit zwei Kanälen machen = 7 TB für 18 min 3D-UHDV.

UHDV ist zunächst vor allem als Kino-Technologie, also als Ersatz für das dortige Zelluloid gedacht, ebenso für Röntgen-
Aufnahmen, die ja bisher immer noch auf Film und Folie entwickelt werden und auf einen generellen digitalen Ersatz warten.
UHDV wäre für den Heimgebrauch ein Traum! Wäre ich James Camerun, würde ich mir das System gleich kommen lassen,
koste es was es wolle... ;) Denn ich steh' auf technisch möglichst hochauflösende Bilder und möglichst dazu in 3D. :)
Aber die Industrie will ja erstmal ihren heute schon veralteten Bluray-Kram verkaufen. 25GB-Discs muten heute schon an,
wie die Floppy-Disketten von vorvorgestern. Dazu die endlos langsamen DSL-Datenraten, die ja schon ein Verschicken von
HD-Filmen kaum bis gar nicht ermöglichen, geschweige denn 4K2K oder, gegenüber HD, 16x grösseres UHDV.
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Handling von HD-Bildern

Viel interessanter dabei aber ist die Frage: Was macht, bzw. filmt man eigentlich in HD - mal abgesehen von computer-
generierten Mainstream-Monstern, die gegen unförmige Comicfiguren und allerlei ähnlichen Quatsch möglichst actionreich
kämpfen....? 
Klar -> die Realität. Und die ist bald auf UHDV so real, wie sie realer nicht sein könnte!

Schon heute gruselt's mich, wenn auf dem 92cm-TV Leute - vorwiegend sehr alte - in Interviews so dermassen nah aufge-
nommen werden, dass man den gelben Zahnbelag erkennt, jede verschwitzte Pore der zerfurchten Haut, u.s.w. 
Nicht umsonst ist es ja jedes Mal die Porno-Industrie, die sich gegen bessere Bildauflösungssysteme stemmt.
Vor allem die Sichtweise der Kameraleute MUSS sich drastisch verändern! Seit ich seit einigen Tagen nun HD auf 92cm
sehe, ist mir das mehr als klar! Diese stakkatohaften Schnittfolgen-Salven im 0,5 Sekundentakt, die machen einen in HD
übelst seekrank!!
Ich brauche in HD eben deshalb kein Gesicht im Fullscreen-Mode mehr, weil das dann wie unter einem Mikroskop wirkt!
Ich sehe die Mimik in HD selbst dann noch perfekt, wenn die Person ein Stückchen weiter von der Kamera weg steht.
Sogar Werbespots, deren Macher und Lobby man eigentlich für innovativ hält, schneidet ihre Clips, als gäb's Wettbewerbe
unter Cuttern: "Wer macht den schnellsten Schnitt!?".
Zooms, Schwenks und kurze Nahfokus-Ausschnitte sind in HD einfach nur anstrengend!
Denn: In einem "echten" Bild schaue ich mich selber um. Ich kann im Bild selbst wählen, was davon ich mir anschauen
möchte. Den Vordergrund oder den Hintergrund. Die Person/en oder die Kulisse. Meine Augen wandern selbst von Detail
zu Detail, so als stünde ich auf einem Aussichtsturm und suchte in Ruhe die Landschaft ab.
Aber Kameraleuten ist das scheinbar zu langweilig und von der Gestik her zu unattraktiv, ihre HD-Cam einfach mal nur
hinzustellen und ein Abbild der Realität aufnehmen zu lassen...nein, sie müssen damit wild in der Gegend rumschwenken...
und der Cutter tut sein Übriges... man nennt das dann "Dramaturgie"... so dass Zuschauers Augen keinen ruhigen Punkt im
Bild mehr finden können.
Früher, als TV noch matschig war, war "Full-Action" tatsächlich nötig, denn wo nur schemenhaft die Objekte im Grossen
und Ganzen - auf zudem sehr kleinen Bildschirmen und lange Jahre sogar nur in schwarz-weiss (!) - wahrgenommen wurden,
war die Auswahl, war der Screen-Fokus für Augen und Gehirn schnell festgelegt. Das war immer die ganze Mattscheibe als
ein Fokus. Daher durfte und musste ordentlich Dramaturgie in diese Grobrasterigkeit rein (so eine Art Bauhaus-Style "Tanz
der Elemente"). Und um eine Gesichtsmimik zu sehen, musste man ein Gesicht tatsächlich bild- und formatfüllend zeigen.
 

16:9 = mehr Platz auf dem Screen

Mit meinem 16:9 HD-PC-Monitor habe ich jetzt im Prinzip ganz neue Optionen meine Websites anders und neu zu gestalten! :)
Die allermeisten Sites präsentieren sich auf einem 16:9 Screen immer noch gepresst-mittig mit noch seeehr viel Weiss oder
anderen Hintergrundfarben links und rechts vom eigentlichen Content, den Texten und Bildern, die somit, weil Zeilenumbruch
meist fixiert, nur einen relativ schmalen Streifen in der Bildschirmmitte bilden.
Es ist eben fast aller Inhalt bisher noch für ~ 800 x 600, zumindest für 4:3 gemacht, aber jene Zeit ist, kann man sagen, entgültig
vorbei!
Ich kann / könnte / sollte nun meine Sites umbauen auf ~2000 x 1000, was von der Gestaltung des Bildschirmbereiches
ganz neue und andere Inhaltsrelationen zulässt und beansprucht. Es wäre viel Arbeit -> daher lasse ich es erst mal so wie es ist. ;)
Z.B. sind die "larger versions" der Postkarten jetzt bildschirmfüllend - und wirken daher wieder eher klein -, hingegen sie bei
800 x 600 Bildschirmauflösung "wie mit einer Lupe abgetastet" dargestellt wurden.
Dennoch sieht man jetzt jedes Detail nicht mehr nur im Ausschnitt, sondern alle Details der ganzen Karte zugleich auf einem
Schirm, wenn auch nur deutlich kleiner, aber nicht minder scharf. Und eben in jener Form, dass sich der Bertrachter auf dem
Bild selbst den Ausschnitt sucht, den er speziell betrachten möchte - ohne zu scrollen.
Wie man es in der Realität in seinem Umfeld ja auch macht.
 

Was will man inhaltlich in HD sehen?

Was will man in HD überhaupt inhaltlich an Realität sehen?
Auf der IFA zeigte man erwähnte boxende Monster, treibende Eisschollen, Dragsterrennen und in 3D z.B. ein Konzertorchester.
Oder Renaissance-Kulissen, in denen aufwändig kostümierte Damen Obst vom Teller nehmen, dazu einen Maler, der das Obst
als Stilleben malt. Alternativ wurden einem auch holländische Windmühlen oder über Wiesen und Wolkenhimmel treibendes
Herbstlaub oder schaukelnde Kinder geboten. Das sind die IFA-Werbefilme. Was will man nun aber sonst, in echt, in HD sehen?

- Reportagen über Kriege, Katastrophen und Unfälle?
- Berichte über die Villen, die Yachten und Sportwagensammlungen der Milliardäre?
- Berichte über die materielle Armut der Dritten Welt und über die geistige Armut der sog. "Bildungsfernen Schichten"?
- Liebesromanzen oder / und Porno?
- Heimatkitsch und Musikantenstadl?
- Wildlife, wo man sieht, wie in Wüstenlandschaften und Urwäldern die einen Tiere die anderen Tiere auffressen?
- Polit-Interviews mit labernden Opas als Close-up?

Ihr kennt sicher selber, was für Emotionen und Assoziationen die jeweiligen Bilder solcherlei Themen bei Euch auslösen...
Je detailreicher, schärfer und grösser all diese Bilder an der heimischen Wand nun werden, desto unweigerlich angesprochener
und involvierter fühlt man sich. Oder eben desto ausgeschlossener, desinteressierter, hilfloser, sehnsüchtiger, empörter, u.s.w...
Nur eines ist man nicht: Ins Geschehen mit einbezogen. Mag es in dem einen Fall positiv, im anderen negativ sein -  es bleibt
immer eine objektive Betrachtung, bei der man umso stärker und zur Betrachtung "gezwungen" wird, je detailreicher, je grösser,
je präsenter das Bild ist. Die Gefühle, vor allem der Wechsel derer beim "zappen", bleiben dabei letztlich eben nicht mehr rein
objektiv, sondern werden verstärkt subjektiver, dazu ggf. umso intensiver, weil die "Illusion des Echten" nahezu perfekt
geworden ist. Man merkt und begreift, wo man selber steht im Leben. Der mögliche Input zur Reflexion ist enorm hoch
geworden.

Man muss sich die Themen und Inhalte, die man sehen will, selber gut aussuchen und zusammenstellen.
Sehr zu empfehlen sind z.B. die Strassenbahnmitfahrten auf "tramclips.de" ;)) -> denn die sind harmlos: Geeignet für jedes Alter,
für die ganze Familie... ;)
Tatsächlich ist in HD die reine Betrachtung und das eigene Umschauen in stillen Szenerien Dramaturgie genug. Wie ja z.B. bei 
StreetView. Das Neue daran ist das vergrösserte Spektrum, sich selber also mittels des Bildes ein Bild machen (im Sinne von
zusammenstellen) zu können, anstatt einen schnellen Schnitt von Bilderserien fertig vorgesetzt zu bekommen, ohne Option zur
eigenen Orientierung und zum Verweilen.
Ein grosses Potential der neuen Medien, zu denen eben auch HD als ganz neue visuelle Detail-Wahrnehmung zählt, liegt in der
Bildung, also in der Wissensvermittlung generell, denn daran partizipiert der Zuschauer tatsächlich in Form einer Bereicherung,
die über den visuellen Eindruck hinausgeht.
Dann sind da natürlich noch die Sportverantstaltungen, die durch blosse Betrachtung derer bereits ein Zugehörigkeitsgefühl zur
Gemeinschaft entstehen lassen, im Wissen darum, dass jetzt jeder genau das gleiche zur selben Zeit sieht, wie man selber.
Und die "kulturellen Dokumentationen", zu denen die Historienverarbeitung und auch im weitesten Sinne Musikvideos zählen.

Es kommt also mehr denn je auf die Auswahl an.
Eines steht bei zunehmendem HD - und erst recht bei 3D - jedoch fest: Ruhige, meditative und gefühlsmässig unpolitische Bilder
werden, als Illustrationen des Alltages und zur Entspannung des Betrachters, sich zunehmender Beliebtheit erfreuen! :-)
 

Soziokultureller Aspekt

Kommen wir aber zu einem weiteren, fast viel wichtigeren Aspekt der HD-Technologie, nämlich einem soziokulturellen Aspekt.
Meine Oma stellte neulich, beim Angucken ihrer 80er-und 90er-Jahre Fotoalben fest:
"Da habe ich ja noch ganz anders ausgesehen!". Ach nee ---
Tja, das ist die Kehrseite der Medaille, d.h., das ist eben ein "soziokultureller Aspekt", ein Aspekt der Konfrontation mit sich
selbst und mit Mitmenschen, der regelrecht beängstigend ist: Die ungetrübte 1:1 Darstellung dessen, was vor einer Woche, vor
einem Monat, vor 10 Jahren, vor 25 Jahren, später vor ggf. 100, 500, 2000 Jahren stattfand!
Jedes Haar, jeder Grashalm, jedes Wort, jeder Furz, jede Geste, jede Mimik und Motorik ist wiedergabefähig in Endlosschleife, 
räumlich in 3D und mit Stereoton in high fidelity!
Nicht nur so, als wäre es früher mal gewesen oder eben erst geschehen, sondern als wäre es tatsächlich jetzt aktuell !
..
Schon als ich meine erste Videokamera 1985 bekam, war es für alle Beteiligten aus der Familie sehr ungewohnt und daher
peinlich und schockierend sich selber zu sehen... und wollten daher lieber gar nicht erst aufgenommen werden.
Vor allem bei der Live-Schaltung, bei der ich die Cam direkt an den Fernseher anschloss und die auf dem Sofa Sitzenden
aufnahm. Denn fast zum allerersten Mal im Leben sahen sich diese Menschen in der Bewegung, Mimik und Motorik nicht mehr
nur spiegelverkehrt, sondern richtigherum. Und sahen dazu noch, wenn ich zur Live-Sichtweise zugleich aufzeichnete, den
ganzen Part als unbestechliche 1:1-Wiederholung ihrer selbst, samt Stimme, samt inhaltlichen Aussagen.
Bisher kannte man ja allenfalls nur seinen "chaplinesken-10sek-Auftritt" in Super8-Filmen, dazu ohne Ton und relativ unscharf
und eben, so oder so, maximal in Situationen, die dem "reinen Glück" galten und daher mit sich selbst eher "illustriert" als real
"belebt" wurden. 
Man filmte sich eben nicht beim Abwaschen, nicht beim Müll runterbringen, nicht beim Langweilen auf dem Sofa - und schon
gar nicht beim etwaigem Stammtischgerede darüber, dass man z.B. als Deutscher keine japanischen Autos kaufen sollte, o.ä.
Man gab also keine Statements im Film ab.
Man filmte keine Schulunterrichtsstunden, keine Autobahnen, keine U-Bahnhöfe, man filmte sich nicht regelmässig beim
Sporttraining zur Verbesserung desselben, man übte nicht vor der Cam für Vorstellungsgespräche, nahm sich auch nicht
Playback singend oder bei sonstwelchen "autonomen Handlungen" auf. Usw. usf.

Um zu meiner Oma zurück zu kommen: Aus ihrer Kindheit und Jugend kannte sie sich nur von jenen cm-kleinen, milchigen
schwarz-weiss Fotos, dazu meist sehr starr, weil sehr gestellt und aufgestellt vor Haustüren und ähnlichen Kulissen aufgenommen.
Erst ab den 60er - 70er Jahren kamen die 9x13, 10x15, usw. Bilder-Fotoalben auf. Und in verstärkter albenfüllender Regel-
mässigkeit, weil billiger werdend, so ab den 80 Jahren.
Und erst heute ist - mittels der Fotos - eine Differenz zu jener Zeit, also zu jener, damals stark ausgeprägten
"Gegenwartsfokussierung" der 80er Jahre entstanden.

Anm: Meine Oma warf natürlich, wie so viele Leute, die Negative weg und behielt die "richtigen" Bilder.  :-/
Heute könnte man aus den Negativen deutlich mehr Impressionen und Details rausholen, als auf all den billigen, meist von den
Helligkeits- und Farbwerten her völlig übersteuerten, unscharfen, dazu mittlerweile völlig ausgeblichenen Papierabzügen
überhaupt zu erkennen ist.
 

Emotional wird / würde es bei HD z.B., wenn man einen, einem nahestehenden, vielleicht mittlerweile verstorbenen Menschen
als hochauflösenden Datensatz sieht, den man bisher - verglichen mit der Anfangszeit der Medien -  maximal "irgendwo kurz
gefilmt" hätte, und der nun als perfektes Abbild, ja als perfekte Rekonstruktion seiner selbst, als ein von der Umgebung nicht
mehr zu unterscheidendes 3D-Hologramm immer noch neben einem sitzt.
Ich vermute, es wird sehr schwer, damit umgehen zu lernen!
Und nicht nur Verstorbene. Auch frühere Freunde, man selber in seinen "besten Jahren". Dazu Orte, Gebäude, Gegenstände,
Situationen, Handlungsmuster, u.v.m. All das wird künftig jederzeit so ungetrübt präsent sein, wie im Momente des Geschehens
und Erlebens selbst.
Daraus lässt sich, mit etwas Vision, eigentlich schon der nächste Entwicklungschritt, das nächste Mainstream-Interesse ableiten:
Der Erhalt der Jugend, also den Alterungsprozess des Körpers aufzuhalten, zumindest stark einzudämmen, dazu das Leben auf
150-200 Jahre auszudehnen - um damit die ganze Daseins-Ästhetik der körperlichen Menschheit und Individuen aufzuwerten. 
Die "Chancen der Jugend" länger nutzen zu können, sich länger daran zu erfreuen.
Viel länger zu leben, um gebildeter und weiser zu werden, um überhaupt die Masse an immer neu hinzukommenden Informations-
Komplexitäten überhaupt aufnehmen, verarbeiten, anwenden und weitergeben zu können. Um schlicht einen moderneren,
erweiterten, anspruchvolleren Konsens und Kontext im eigenen Dasein in Bezug zu - ich nenne es mal - zu Zeit und Raum zu
bilden.

Und erst das ist / wäre dann wieder die Abgrenzung zu vergangenen, also zu den heutigen Zeiten. So wie heute Filme
anachronistisch wirken, in denen es noch kein Handy gab und auf mechanischen Schreibmaschinen geschrieben wurde. So wie es
nach der Umstellung auf Elektroautos eine tatsächlich andere Ära sein wird, weil z.B. laut knatternde und röhrende Motorräder
nicht mehr "potent-cool" wirken werden, sondern eben nur noch fossil, bestenfalls romantisch museal, wie das Rattern einer
Schreibmaschine oder einer mechanischen Registrierkasse.
Kein Taxi, kein Bus, kein Lieferwagen wird mehr im Stehen seinen Motor laufen lassen, denn Elektromotoren sind im Stand
immer aus. Eine ganz neue Ruhe wird in unsere Städte einziehen - zumindest partiell. Ein ganz neuer Bezug zu den Objekten der
Mobilität - und natürlich auch zur Mobilität als solcher - wird entstehen.
Genauso, wie man heute schon sieht, was morgen alt ist, wird man später beim Betrachten (beim Erleben) der holografischen
Bildszenerien feststellen: Das war die Zeit, in der die Menschen noch so extrem starke, äusserliche Alterserscheinungen 
zeigten, eine Zeit, in der die Menschen nur max 120 Jahre alt wurden und ihnen daher gar keine Zeit zur eigentlichen, geistigen
Entwicklung blieb, u.s.w. Eine Zeit, in der die Menschen ja nur das Prinzip des "Verbrauchs" kannten, des allmählichen 
Aufbrauchens von Ressourcen, zu denen, so gesehen, auch der allmähliche Verbrauch des eigenen Körpers gehörte.
Eine Zeit, in der sie noch nicht das Prinzip der vollständigen "Regenerierung" kannten.
Digitalisierung und Software-Updates, Elektrizität per Sonne und Wind, statt Verbrauch von Kohle und Öl, Recycling von 
Materialien und auch 1:1 abspeicherbare und immerwährend abrufbare und reproduzierbare Informationen ohne Kopierverluste
sind der erste Schritt zu einer "Regenerierung" eines Status Quo, gegenüber des reinen Verbrauches des verschleissintensiven
Industriezeitalters. Es wird, sozusagen: Menschheit 2.0.

Künstliche Intelligenz wird wohl dazugehören, die ja heute schon anfängt, wenn man Google suchen lässt. Künstliche Intelligenz
wird künftig immer mehr und zugleich immer speziellere Fragen beantworten können und wird dadurch ein ernstzunehmender und
unterhaltsamer Kommunikationspartner.

Einen grossen Abstand zu Vorangegangenem jedenfalls, wird es immer geben. 

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Sonst noch. Privates / tramclips

Nun denn: Was gibt es sonst noch schnell für Randnotizen:

- In Second Life macht wohl die Saarland-Sim in den nächsten Tagen zu! Muss wohl mein Haus räumen. Wie es aussieht
kommt alles weg: Der artenreiche Zoo, die ganze toll ausgearbeitete Landschaft... Genaue Infos liegen uns Mietern leider
noch nicht vor, aber da ist was im Busch! Die Mietverträge werden nicht mehr verlängert und die Clubs haben ihre letzten
Partys. Will jetzt in den verbleibenden Stunden dringend da noch filmen, was es dort zu filmen gibt! Schade um die wirklich
schöne Landschaft... ;-(

- Ich probiere, im Zuge des allgemeinen Fortschritts, mal ein neues Videoformat für Uploads zu finden. Nicht mehr nur das 
.wmv-Format. Ich will was TV-Kompatibles anbieten. MPEG-4 ist mir aber nix...  .wmv war bisher immer der beste
Kompromiss zwischen Byte und Quali. Aber vielleicht gibt es den ein oder anderen Codec, der weniger Bytes bei besser
Quali ermöglicht. Das bedeutet wieder viel Rumprobieren... um letztlich doch wieder Kompromisse einzugehen.

- Ab dem nächsten Semester möchte ich mich für Kurse an der FU anmelden. Dazu und nebenbei bietet die FU 'ne ganze
Liste interessanter Sport-, Kultur- und Freizeit-Aktivitäten an. Will mich weiterbilden und nette, neue Leute kennenlernen.
Vielleicht komme ich dann endlich auch mal "entgültig in Berlin an" und höre dann mit tramclips-Bremen auf... weiss noch nicht.
Kann sein, kann nicht sein....

Zwar würde ich mich selber als Romantiker bezeichnen und ich würde / will mir seeehr gerne eine aktuelle 3D-HD-Cam-
Ausrüstung zulegen, um wieder Mädels in Stadt und Land zu inszenieren... nur die heutige Zeit gebietet es eigentlich, sich, statt
romantisch, mehr gesellschaftspolitisch-kritisch zu engagieren. Wenigstens Satire zu machen oder sonstwie "mal kräftig auf die
Kacke zu hauen!"
Ober wenigstens beim Bloggen inhaltlich gesellschaftskritisch oder philosophisch oder visionär zu sein, aktuelle Kontexte zu 
beleuchten, z.B. als Kunstkritiker, oder in der Analyse politischen Geschehens. Alles Andere ist, auch wenn man seine Sache
gerne macht, nicht mehr wirklich eine Leistung heutzutage. Denn bei 8 Mrd Menschen und weltweiter Vernetzung in der
Medienwelt wird alles alltäglicher und beliebiger. Eben reproduzierbarer.
Inhaltlich ist in jedem Genre so gut wie alles schon mal dagewesen.

Womit ich wieder am Anfang bin: 
1000 Worte sagen mehr als 1 Bild!
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Steffy v V.
 

     Ideas for Life       Sept. 2010

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