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Fussgängerbrücke 'Hoher Bogen', A100, 8mm-Videokamera 2CCDM8E
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Berlin, Fussgängerbrücke "Hoher Bogen" über die A100,

September 2002.


Der zweite der Schiebeschalter (die man hier gut erkennt), ist für Tageslicht/Kunstlicht.
Somit verfügte ich, bzw. die Menschheit überhaupt, also erstmalig über eine kompakte
Videokamera mit Farbbild- und Tonaufzeichnung, mit der man eben bis zu drei
Stunden durchgängig und unauffällig aufnehmen konnte. Erstmalig hatte man eine
Kamera, die sich problemlos in Modellflugzeuge einbauen liess, die man mit der
Legoeisenbahn rumfahren konnte, am Fahrrad montieren oder als Dashcam im Auto
(den Begriff "Dashcam" gab es natürlich noch nicht) einsetzen konnte.
Nur die Vibrationen all der Vehikel waren ein extremes Problem und verursachten
starke Bildverwackler und Schlieren, da die Cam aufgrund ihrer filigranen Bandlauf-
mechanik samt des eben nur 8 mm schmalen und nur 1-2 cm / Sek. langsamen Tapes
extrem empfindlich war. Aufgrund der kleinen Linse eignete sich die Cam auch erstmals
gut als Spycam, eben als versteckte Kamera z.B. aus der Reisetasche heraus. Oder
gar nicht mal komplett versteckt, nur eben unauffällig aus der Hüfte heraus gehalten
und gefilmt, was seinerzeit schon sehr unauffällig war, da mit den älteren, vergleichweise
riesigen Kameras, noch keiner "einfach so rumgefilmt" hat, weil z.B. zu vor-Videozeiten
das "Zelluloid" extrem teuer war, jene Hobbybänder nur ca. 3 min liefen und vor allem
die Filmkameras weitaus mehr Licht zum Aufnehmen brauchten als die Videokameras,
also unter einfachem Innenraumlicht quasi gar nicht funktionierten. Die Bänder gar
wieder neu überspielen wie die Kassetten, konnte man das "Zelluloid" ja erst recht nicht.
Diese Cam konnte man nun gut ins Bücherregal oder auf die Fensterbank stellen, zwar
immer noch sichtbar, dennoch hatten es im Raum bald alle Anwesenden vergessen,
dass da eine Kamera bei einfachem Funzel-Lampenlicht samt Tonaufzeichnung lief.

Da ich die Cam sehr viel im harten Einsatz - vor allem im Modellsegler, im Modellheli
und auf dem Fahrrad - hatte, verschliss sie schnell und somit verbrauchte ich am Ende
drei Stück davon (die erste kostete noch 999 DM, die dritte als Auslaufmodell nur noch
~300 DM, weil dann Anfang der 90er-Jahre bereits andere Hersteller mit ähnlich kleinen
"Handycams" auf den Markt drängten). Neure Modelle hatten dann bessere Aufnahme-
qualität (Hi8) und wiesen mehr Funktionen auf wie z.B. Datum- und Titeleinblendung
und digitale Effekt-Blenden, vor allem aber Zoom-Objektiv! Und Wiedergabefunktion
über Suchermonitor und Kabel, denn die 2CCD-M8E war ein reines Aufnahmegerät.

Zur Komplettierung dieses technischen Berichtes noch der Sound der Kassetten- und
Bandeinzugsmechanik dieser legendären 2CCD-M8E, die ihre Hoch- und Glanzzeit
ihrer Existenz exakt in den Jahren 1988-1990 hatte! (Fach schliessen per Handdruck,
Öffnung auslösen per kleinem, blauen Swing-back-Schieber, Fach klappt per Feder auf).

Kassetteneinzug / Bandeinfädelung
Ausfädelung / Kassettenauswurf
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